Jamie Oliver – der Pop-Koch als Arianna Huffington der Küche

Jamie Oliver - der Pop-Koch als Arianna Huffington der Küche

Jamie Oliver, Koch-Star und Millionär © 2014 Getty Images

Am 31. Oktober erscheint das neue, 16. Kochbuch des britischen Pop-Kochs Jamie Oliver „Jamies Wohlfühlküche“ in Deutsch. Es ist genau genommen ein Kochbuch seiner Fans, denn die darin gesammelten Rezepte hat Oliver von diesen via Instagram gesammelt.

Starkoch Jamie Oliver weiß, wie er sich verkaufen kann. Der unkonventionelle Koch-Stil, den der 39-jährige Brite in seinen Fernseh-Koch-Shows zur Schau gestellt hat, hat ihm mittlerweile ein Vermögen von 240 Millionen Pfund und einen Platz unter den 400 reichsten Briten eingebracht.

Dabei beruht sein Erfolg eigentlich auf einen großen Zufall. 1997 wurde in dem Londoner Nobelrestaurant, in dem Oliver damals arbeitete, eine BBC-Dokumentation gedreht. Weil sein Kollege krank war sprang der erst 23 Jahre alte Jungspund für diesen ein. „Ich wollte eigentlich gar nicht ins Fernsehen. Doch als die Dokumentation rauskam, war ich plötzlich in allen Szenen im Hintergrund zu sehen“, erzählt Oliver, der sich plötzlich bei einer Autogrammstunde wieder fand, umringt von 2.000 Leuten, schreienden Mädchen.“Die Polizei musste gerufen werden, denn die Leute hätten sich fast zerquetscht.“

Von da an ging alles ganz schnell. Es folgte eine Reihe von TV-Shows und das große Geld. Er startete ein Projekt, in dem er sozial benachteiligten Jugendlichen das Kochen beibrachte. Das war gut für das Image, hat ihn aber fast in die Pleite getrieben. „Ich war naiv, altklug und hatte viel Geld. Diese drei Dinge zusammen sind sehr gefährlich.“

KOCH, KEIN GESCHÄFTSMANN

Oliver stellte fest, selbst kein guter Geschäftsmann zu sein und schaffte sich ein Umfeld, das sich um die Vermarktung des Pop-Kochs kümmerte. Mit Erfolg. Seine „Jamie Oliver Shows“ laufen mittlerweile in über 100 Fernsehstationen der Welt. Er hat mehrere Restaurants und es gibt eine eigene Jamie Oliver Merchandising Division, die Küchenutensilien mit seiner Signatur vertreibt.

Der Firmensitz seines Imperiums ist im ebenso trendigen wie teuren Londoner Stadtteil Shoreditch. Es ist mit Holzmöbeln und weichen Ledersofas eingerichtet. An den Wänden hängt moderne Kunst, in einer Ecke ist eine große Küche. Wären da nicht die Mitarbeiter, sähe es aus wie in einem seiner Restaurants.

KOCH-TIPPS DER FANS

Am 31. Oktober – pünktlich zum Weihnachtsgeschäft – erscheint das neue, mittlerweile 16. Kochbuch Olivers in der deutschen Übersetzung. Aus diesem Anlass hat der Pop-Koch eine auserwählte Schar von Journalisten in sein Headquarter eingeladen, die er – ganz seinem Image entsprechend in Jeans und T-Shirt empfängt.

„Jamies Wohlfühlküche“ ist der Titel des Buchs, das sich gerade in der Adventzeit wohl verkaufen wird wie geschnittenes Brot. Und genau genommen ist es gar kein richtiges Jamie Oliver Buch. Die darin gesammelten Rezepte hat der Starkoch diesmal gar nicht selbst kreiert. Er hat seine Fans via Instagram gefragt, was deren liebstes Wohlfühlgericht sei und bekam binnen eines Tages über 10.000 Antworten. Die Rezepte mit den meisten Stimmen aus aller Welt kamen leicht abgewandelt ins Buch. Oliver ist damit so etwas wie die Ariana Huffington der Küche.

Im Rezepte sammeln war Oliver immer schon gut. Diesmal gibt er aber zut zu, manche Rezepte, die von seinen Fans aus der Crowd gekommen sind, vorher selbst nicht gekannt zu haben. Was letztlich aber gleichgültig ist. Es sind nun seine Rezepte, mit denen er Geld verdienen wird. Und ob sich danach auch ein Wohlgefühl einstellt ist auch nicht garantiert. Essen zum Wohlfühlen ist schließlich, wie der selbst Koch sagt, „etwas sehr Subjektives“.

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